Zahlungsaffäre um Bürgermeisterin Christiane Hinninger

Wiesbaden Rathaus © WICM

Im Wiesbadener Rathaus steigt der Druck wegen einer umstrittenen Werbekampagne. Jüngsten Medienberichten zufolge steht vor allem Bürgermeisterin Christiane Hinninger in der Kritik. Nach Angaben der Stadt wurden 40.000 Euro an Andreas Rolle, den Administrator der Facebook-Gruppe „Lust auf Wiesbaden“, für eine Werbekampagne gezahlt.

Wie der Wiesbadener Kurier berichtet, sei der Auftrag zudem ohne öffentliche Ausschreibung direkt vergeben worden. Im Revisionsausschuss der Stadt wurde jetzt ein erweiterter Fragenkatalog beschlossen. Dabei geht es vor allem um die Art der Werbung und darum, dass die Beiträge nicht als bezahlte Werbung gekennzeichnet wurden. Die Stadt weist Vorwürfe rund um die Auftragsvergabe zurück und spricht von einem ordnungsgemäßen Verfahren.

In einem Podcast aus dem Jahr 2020 spricht Andreas Rolle mit Podcast-Host Mario Jung (Gründer von OMT) über Online Marketing und den Nutzen von Facebookgruppen aus seiner Sicht. Dabei sagt Rolle: „Eine (Facebook) Gruppe ist ja nichts anderes wie eine Vertrauensgemeinschaft. Und wenn einer sagt: ‚Ich will jetzt damit Geld verdienen‘, dann sagen die anderen natürlich auch: ‚Wo bleibe ich?‘ Also irgendwo muss da ein Deal eingegangen werden (…) wo man sagen kann, ich kann hier ohne Weiteres Geld verdienen und ein anderer hat auch etwas davon. Und dieser Deal zwischen beiden ist extrem wichtig und muss entsprechend hergestellt werden gerade in der Gruppentechnik. Und Monetarisierung, das ist nicht etwas, das man von heute auf morgen bekommt. Es sei denn, man hat eine Facebookseite und versucht dann Partner von verschiedenen Gruppen zu finden und mit denen zu kooperieren, um dann das eigene Produkt auf der eigenen Seite entsprechend vorwärts zu bringen. Das machen wir auch, zum Beispiel.“

Das komplette Gespräch aus dem Jahr 2020 könnt ihr unter https://on.soundcloud.com/3paevt8kkQu2X7qzkT anhören.

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